Habe ich eigentlich schon erzählt, dass ich in Paris mitten im Chinesen-Sentier wohne. Für alle, die nicht wissen sollten, was das Sentier ist. Mitten in Paris gibt es Straßenzüge voller Läden, wo nur Einzelhändler einkaufen können, um sich mit “schneller Ware” – wie man im Fachjargon sagt – einzudecken. Das sind schnell produzierte Klamotten, die von Indern, Chinesen und anderen schlecht bezahlten Nationalitäten in einfachsten Appartements genäht werden und dann meist im Erdgeschoss des gleichen Hauses zum Verkauf stehen. Die Modelle sind fast alle abgekupfert von anderen. Einen echten Designer hat hier im Viertel kaum jemand. Dementsprechend schaut das Zeugs auch aus. Eine Ansammlung von Scheußlichkeiten. Die Highlights dieser Uah-Bäh-Klamotten verkauft der Laden bei mir im Haus: Sachen für Erotikshops und Outfits für die Damen, die zwei Straßen weiter in Massen auf dem Gehsteig stehen.
Mein täglicher Gang zum Briefkasten ist deshalb immer amüsant, weil die Sachen in der Vitrine gegenüber entweder total daneben sind oder sich gerade irgendwelche Mädels im Treppenhaus in die frisch erstandenen Latexteile quetschen.
Doch lange Rede, kurzer Sinn: Heute also entdecke ich das hier. Ich meine die Hose, nicht das Oberteil:
Also diese Hose ist doch mal absolut topaktuell. Gibt es in x Farben – auch in Gold. Und dass das “in” ist beweisen die Kollektionsbilder von Es Orchestre.
Ok, das letzte ist Leder. Aber in Latex sind sie auch noch in. Givenchy hatte auch welche. Ich bin nun versucht, bei er Chinesin im Hinterhof mal zu fragen, ob sie mir eine verkauft. Natürlich zum Einkaufspreis und Nachbarschaftspreis
Foto: Es Orchestre, modepilot/parisoffice



