Archive for the ‘Peter kommt in Mode’ Category

Peter kommt in Mode

8, Oktober 2008

-Chefredakteur Peter Lewandowski kommentiert Modephänomene aus Männersicht. Exklusiv für Modepilot. Diesmal: Ton in Ton.

Ja, meine Damen, ich möchte Ihre Zeit gar nicht länger heute bei diesem Thema bemühen und nur eine Frage stellen? Was ist in dieser Saison aus meiner (und Andrés) Sicht schlimm? Erinnern Sie sich? Jaaaa, Danke. Ich weiß, auch wenn Sie jetzt stöhnen: die Stiefel. Obwohl wir haben uns ja in einigen Mails wieder halbwegs versöhnt, die Stiefel sind ja auch nix gegen das, dreimal dürfen Sie raten, ein, zwei, drei, falsch, gegen das kleine Schwarze, von dem frau ausgehet, dass man() sich problemlos um den kleinen Finger wickeln lässt. Falsch geraten. Aber vermutlich wissen Sie es sowieso schon, denn die Bilder zeigen es ja: Hübsche Frauen in fast so hübschen Kleidern sind einfach hübsch anzuschauen – so Ton in Ton. Und wir denken uns, irgendwie klassisch, aber unheimlich anziehend. Nachmittags gehen wir mit ihr spazieren, abends auf eine Party, dann nach Hause (Bild fehlt) und morgens, es ist samstags, gehen wir frühstücken. So wie man es halt macht in der stürmischen Jahreszeit, um seine Seele zu wärmen und erst gar nicht irgendwelche Misstöne aufkommen lassen möchte. Ach ja, und zum versöhnlichen Schluss gebe ich es Ihnen auch gern schwarz auf weiß: Bei dem Trend kommen Stiefel ganz schnell wieder in Mode…

Fotos: Akris (Herbst/Winter 2008/09), Christian Dior (Herbst/Winter 2008/09), Hermès (Herbst/Winter 2008/09); alle über stardustfashion.com

Peter kommt in Mode

25, September 2008

-Chefredakteur Peter Lewandowski kommentiert Modephänomene aus Männersicht. Exklusiv für Modepilot. Diesmal: Gefiederte Kleider.

   

Über das Thema „Federn“ zu schreiben, kann natürlich sehr verführerisch sein, wenn man(n) es auf die Spitze treiben möchte. Wir denken aber jetzt nicht an Tiere wie Hühner, Vögel usw., leiten keine doppeldeutigen Wortspiele ab, schließlich will ich nicht, dass Frau in die Luft geht. Obwohl viele Medien himmelhochjauchzen und die „Rückkehr des Glamour“ verkünden. Spiegel Online schreibt von Deutschland im Retrofieber der 30er bis 60er Jahre, von Dita von Teese, die den Burlesque Boom anheizt und das Ausziehen zur Kunst erhoben hat. Strip mit Stil sozusagen. Keine Angst, meine Damen, so weit muss es jetzt nicht kommen. Mir reichen schon Frauen, die mit langer Zigarettenspitze rauchen, Perlenketten tragen, zu einem der abgebildeten Kleider. Aber bitte nicht ohne den lasziven Augenaufschlag. Wie der geht? Einfach ab vor den Spiegel. Beim Üben können Sie Ihre Stiefel anbehalten…

Fotos: stardustfashion.com: Alexander McQueen (Winter 2008/09), Burberry (Winter 2008/09), Christian Dior (Winter 2008/09)

Peter kommt in Mode

17, September 2008

-Chefredakteur Peter Lewandowski kommentiert Modephänomene aus Männersicht. Exklusiv für Modepilot. Diesmal: Gestiefelte Kätzchen.

„Ob Frau mit diesen Schuhen schnurrende Kater auf sich aufmerksam machen kann?“ Diese Frage kannst Du Dir, liebste Kathrin, gerade selbst beantworten, was ja bei den Bildern mit den attraktiven gestiefelten Kätzchen nicht allzu schwer sein dürfte. Mein Kollege André findet ja Frauen in Stiefeln, jetzt bitte nicht rot werden, g. g. („grundsätzlich geil“), gleichwohl er die Mode, und jetzt nicht zornesrot werden, mittlerweile für „etwas gewöhnlich“ hält: „Vor drei Jahren fand ich das super. Aber jetzt, da alle damit rumrennen… Ich weiß nicht.“ Tja, meine Damen die Wahrheit ist nicht immer einfach: Auch wenn wir feinsinnigen Herren gern an Altbewährtem festhalten, muss ich Ihnen gestehen: In diesem Herbst/Winter bitte nicht mehr so oft: Jeans in Stiefeln, zum langen, kurzen Rock, auf der Straße, auf Partys, in den eigenen vier Wänden – Stiefel sind für uns im Moment so etwas wie SOS-Präsente, die unterm Christbaum für uns bereitliegen: Schlips, Oberhemd, Socken. Reizüberflutung, die uns von künstlicher Verknappung träumen lässt. Seien Sie gewiss, wenn Sie uns freundlicherweise eine kurze Pause gönnen, können wir Ihre starken Auftritte im nächsten Jahr kaum erwarten. Und wir werden voller Dankbarkeit schnurren, allerdings mit dem Warnhinweis, dass es gefährlich werden könnte – wenn aus Kuschelkatern Raubkatzen werden…

Fotos: Gucci (Herbst/Winter 2008/09), Hermès (Herbst/Winter 2008/09), Miu Miu (Herbst/Winter 2008/09)

Peter kommt in Mode

12, September 2008

-Chefredakteur Peter Lewandowski kommentiert Modephänomene aus Männersicht. Exklusiv für Modepilot. Diesmal: Mega-Volants.

 

Ich gebe zu, manche Sätze gehen auch uns Männern wie Öl runter: „Viele Modepilotinnen vermissen Dich“, schrieb mir Kathrin und ein warmes Gefühl beschlich mein Herz. Endlich findet der Sommer einen krönenden Abschluss. Man(n) wird nicht nur zum Rasenmähen gebraucht. In den letzten Wochen hatte ich viel zu tun. Unter anderem mit der neuen Ausgabe von GalaStyle, der Modeausgabe von Gala. Gestern konnte ich zum ersten Mal durchatmen, saß mit meinem Kumpel Felix in der Sonne, trank in Schumann’s Tagesbar Kaffee und beobachtete das Treiben der Münchner auf der Straße. Die Herren wie immer extrem cool, sonnenbebrillt und nassgegelt, die Damen dafür in knappen Tops. Kurzen Röcken und bester Präsentierlaune. So sehr, dass Felix plötzlich schluckte: „Ich frage mich, wo diese Frauen den ganzen Winter über sind. Entweder verstecken sie sich oder sie sind so verpackt, dass sie nicht weiter auffallen.“ Dem Mann kann geholfen werden, dachte ich mir und schärfte seinen Blick für die kommende Saison, zum Beispiel für die neuen Mega-Volants, die nachhaltig in Mode kommen. Und Felix war bei dem Anblick begeistert. Er lehnte sich zurück, blendete das Straßenleben vor ihm aus und träumte von rauschenden Partynächten in lockerer, leichter Atmosphäre. Er träumte von Frauen von so scheinbarer Unerreichbarkeit, Schönheit und Anmut, dass er ganz devot wurde und sich ein Leben als schüchterner, schnurrender Schmusekater ausmalte. Meine Damen, sie dürfen sich auf einen Winter voller netter, höflicher Männer freuen, die sie bitte aber nicht wieder vergessen, wenn sie im nächsten Sommer an den Straßencafés vorbei schlendern…

Fotos: Christian Dior Haute Couture (Herbst/Winter 2008/09), Elie Saab Haute Couture (Herbst/Winter 2008/09), Louis Vuitton (Herbst/Winter 2008/09)

Peter kommt in Mode

19, August 2008

-Chefredakteur Peter Lewandowski kommentiert Modephänomene aus Männersicht. Exklusiv für Modepilot. Diesmal: Die neuen Plateau-Pumps – Schuhwerk oder Ausstellungsstück?

 

 

Klick, klack oder klack, klack, klack – viele meiner Artgenossen glauben ja, sich bei Pumps, Stilettos, Hochhackigen so gut auszukennen, dass sie ohne Probleme bei „Wetten, dass…?“ teilnehmen könnten: „Wetten, dass ich unter 5O Frauenschuhen mit hohen Absätzen zehn problemlos am Geräusch erkenne?“ Die Begleitsprüche von Thomas Gottschalk beim entsprechenden Auftritt junger Damen  können wir uns schon ausmalen. Aber damit wollen wir dieses Thema bewendet lassen, um nicht Gefahr zu laufen, in den Club alter Männer und ihrer Allmachtsphantasien bezüglich Frauen in Pumps aufgenommen zu werden. Warum aber tragen Frauen solche? Um über sich hinauszuwachsen, immer einen spektakulären Auftritt zu haben oder, um nur den sicheren Gang zu üben, falls der Liebste einen mal im Restaurant zu mehreren Glas Wein verführt. Als GALA vor vier Jahren seinen zehnten Geburtstag feierte, taten wir das mit viel Brimborium und Prominenz an ungewöhnlicher Location. In der Hamburger Fischauktionshalle. Das Kopfsteinpflaster vor dem Eingang wurde in einen roten-Teppich-Laufsteg verwandelt und ich durfte mit Sophia Loren im Arm drüber gehen. Bella war schön wie immer, tief dekolletiert. Sie trug ein schwarzes, dreiviertel langes Kleid und Pumps, die sie in den Himmel wachsen ließen und mir Schmerzen bereiteten. In meinem linken Unterarm, in dem sich die Loren festkrallte, weil sie ständig nach Halt suchte…Tja, meine Damen, was sagt uns das? Sie sollten es mit den Pumps nicht übertreiben. Halt finden sie auch ohne solche bei uns und die drei abgebildeten gehören eindeutig ins Museum – außer jemand von Ihnen möchte mit mir über den roten Teppich… 
Fotos: Louis Vuitton (Herbst/Winter 2008/09), Miu Miu (Herbst/Winter 2008/09), Christian Dior (Herbst 2008 )

Peter kommt in Mode

11, August 2008

-Chefredakteur Peter Lewandowski kommentiert Modephänomene aus Männersicht. Exklusiv für Modepilot. Diesmal: Schößchen.

Kathrin, die Kollegin vom Modepiloten ist mir schon so eine. Schickt mir eine Email mit den Worten: „Lust auf einen neuen Modetrend? Schößchen. Oder Spoiler?“ Nachdem ich die Nachricht auf dem Blackberry las und keine Fotos zu sehen bekam, dachte ich mir, egal wie das aussieht, ein paar hübsche Wortspielchen werden Dir schon einfallen. Gerade bei Spoiler muss man(n) doch in Fahrt kommen. Und jetzt nachdem ich die Fotos gesehen habe, muss ich auf die Bremse treten, sonst überschlage ich mich noch vor Begeisterung. Ich denke mal, meine Damen, der Trend ist figurbetont, elegant, wenn`s die Hüfte zulässt. Er lässt viel erahnen (von der Transparenz mal abgesehen), weckt unsere Fantasien, auch, wenn wir wissen, dass solche figurbetont angezogenen Frauen selbstbewusst sind, Anbiedereien ihnen fremd sind. Modeemanzipiert wie sie sind, keiner Gefallsucht unterliegen, eher mit uns spielen als es umgekehrt möglich wäre. Warum also für so schöne Modeerscheinungen so hässliche Begriffe wie Spoiler oder Schößchen? Wurden sie doch von Männern erfunden? Weil man(n) bei diesem Anblick heimlich zum Automechaniker mutieren möchte? Oder gar zum Schoßhündchen?

Fotos: Prada (Herbst/Winter 2008/09), Bottega Veneta (Herbst/Winter 2008/09), Christian Dior (Haute Couture, Herbst/Winter 2008/09)

Peter kommt in Mode

3, August 2008

-Chefredakteur Peter Lewandowski kommentiert Modephänomene aus Männersicht. Exklusiv für Modepilot. Diesmal: Ich werf‘ mir ein Flokati über.

   

Bei dem Thema Männer und Mode wird uns Heterosexuellen von der holden Weiblichkeit ja gerne nachgesagt, dass sich die Gemeinsamkeit allerhöchstens auf den Buchstaben „M“ erstrecke. Was für unsereins ja praktisch wäre, weil wir uns immer wieder auf Hemden, Anzüge, Pullis, Socken, Krawatten usw. als Geschenke zum Geburtstag oder Weihnachten freuen. Aber natürlich gibt es die Ausnahme von der Regel: Ich zum Beispiel kann mich in einen richtigen (Kauf-)Rausch steigern, was nichts mit netten Verkäuferinnen zu tun, von denen man(n) sich gerne beraten lässt, sondern eher mit Jagdfieber und den schönen Schnäppchen. Wie neulich in einem adidas-Laden in Soho. Da der Dollar momentan „saubillig und viel mehr ist“, war das hellbeige Shirt mit den langen Ärmel ein Superfang. Ich war so begeistert, dass ich gar nicht mehr auf die Größe geachtet habe. Die viel erst heute morgen auf als ich mich für den Hamburger Elbstrand fein machte. Doch ein bisschen groß das gute Stück, vor allem zu lang, wäre ich eine Frau, hätte ich ein sexy Minikleid. Da wir Männer aber ziemlich selbstbewusst sein können (Ihr Frauen würdet sagen schmerzfrei) kombinierte ich mein Hemd aus Soho mit einer khakifarbenen Short aus Mallorca und latschte in Birkenstock an die Elbe. Die Frau an meiner Seite lächelte. Wenn wir da schon Kathrins Bilder vom Flokatitrend gesehen hätten, wäre sie begeistert gewesen, wenn ich zu meiner Hose und dem Shirt noch einen Fetzen Teppich dazu kombiniert hätte. Zum Sitzen am Strand wäre das Teil ideal gewesen, ich hätte behaupten können, dass ich trotz seltsamen Outfits auf dem Teppich geblieben sei und seit Sonntag Nachmittag 14.30 Uhr hätte das Wort „Legeware“ eine zusätzliche Bedeutung bekommen…

Fotos: Dolce & Gabbana, Etro, Max Mara 

Peter kommt in Mode

1, August 2008

-Chefredakteur Peter Lewandowski kommentiert Modephänomene aus Männersicht. Exklusiv für Modepilot. Diesmal: Die neuen Bikinihosen sitzen auf Taille.

   

„Pack die Badehose ein, nimm Dein kleines Schwesterlein“, der Song war vor Jahrzehnten ganz schwer in Mode und ich hatte ihn im Kopf als ich Kathrin das Thema Bademode vorschlug. Natürlich mit einem Hintergedanken. Denn an was Stylishes habe ich nun wirklich nicht gedacht, eher so an Stars in heißen Höschen wie Michelle Hunziker, von der sich die Leser Deutschlands größter Boulevardzeitung ein schönes Bild diese Woche machen konnten. Dass man(n) mit so einem durchtriebenen Ansinnen beim Modepiloten Baden geht, hätte mir vorher auch klar sein können.  Zum Anschauen bekam ich die drei Bilder und ich muss gestehen: den Trend „Bikinihosen auf Taille“ finde ich viel g…! Ja er ist mondän, elegant, auch sexy und bringt mich zum Träumen. Ich bin in den Hamptons, Sonne, blauer Himmel, ich sitze mit Jackie Kennedy und ihrer Schwester zusammen, wir reden über Truman Capote, was wir heute Abend nach dem Dinner machen und, ob wir wohl noch Cary Grant treffen. Es ist schön, es ist entspannt, eine Welt ohne Sorgen. „Pack die Badehose ein“ wurde damals von Connie Froboess gesungen und war der Beginn einer großen, deutschen Karriere. Ich muss jetzt los, kaufe mir eine hellblaue Short. Auf Taille…

Fotos: John Galliano (Sommer 2008), Bottega Veneta (Sommer 2008), La Perla (Sommer 2008 )

Peter kommt in Mode

30, Juli 2008

-Chefredakteur Peter Lewandowski kommentiert Modephänomene aus Männersicht. Exklusiv für Modepilot. Diesmal: Heißluftballons – die neue Galarobe.

   

Welche Frau hat nicht von ihrer Mutter den stylisch versierten, halb neidvollen Satz zu hören bekommen: “Du Kind kannst das tragen. Bei Deiner Figur.“ Dementsprechend aufgeblasen ist dann auch die ein oder andere durch die Gegend stolziert, hat mit triumphalem Blick uns Männer auf der Strasse den Kopf verdreht. Den selbigen würden wir natürlich jetzt auch wieder drehen, wenn uns eine der Damen im nebenstehenden Outfit begegnen würde. Endlich mal nicht super sexy, weiblich, feminin, nichts Aufgeblasenes, sondern Verhüllung ist angesagt im kommenden Herbst/Winter. Und wer soll das Tragen? Nicht, dass die eine oder andere Frau auf die Idee kommt, verschmitzt zur Mama zu sagen : „Muddi, das kannst Du tragen. Bei Deiner Figur….“ Ach, ich vergaß: Mariah Carey hat ja noch keine Kinder…

Fotos: Giambattista Valli (Herbst/Winter 08/09), Valentino (Herbst/Winter 08/09), Sisi Wasabi (Sommer 2009)